Person-first und Identity-first
Zwei Arten, über Autismus zu sprechen: „Mensch mit Autismus“ nennt den Menschen zuerst (person-first), „autistischer Mensch“ nennt Autismus als Teil der Identität (identity-first). Es gibt keine einheitliche Präferenz.
- Auch genannt
- Personenorientierte Sprache, identitätsorientierte Sprache
Im Englischen heißen die beiden Formen „person-first“ („person with autism“) und „identity-first“ („autistic person“). Eine US-Befragung von 5.279 Menschen im Autismus-Spektrum und Eltern fand drei Gruppen: ein „offenes“ Cluster (47 Prozent) ohne starke Vorlieben, ein Cluster, das identitätsbetonte Sprache bevorzugte, und ein Cluster, das personenbetonte Sprache bevorzugte. Die Autor:innen schließen, dass es keinen Konsens gibt, und raten, im persönlichen Kontakt nach individuellen Vorlieben zu fragen. [1] Die Studie untersucht englische Begriffe in den USA und lässt sich nicht ohne Weiteres auf deutsche Begriffe übertragen.
Zur Einordnung: Autismus Wissen schreibt in eigenen Texten „Menschen mit Autismus“ und „Menschen im Autismus-Spektrum“. Das ist eine redaktionelle Hausentscheidung, keine objektiv richtige Form. In der Community gibt es unterschiedliche Präferenzen; Selbstbezeichnungen anderer Menschen werden sachlich dargestellt. Einordnung der Studie: Artikel zu Begriffen und Sprache.
Quellen und Literatur
- Dwyer P, Williams ZJ, Magnuson JE, Woynaroski TG: English-Language Autism Terminology Preferences of Autistic People and their Parents in the United States: Clustering Illuminates Diverse Views. Autism 2026 (online 25.08.2026). https://doi.org/10.1177/13623613261475023 (Open Access, Europe PMC PMC13624356)
Ausführlich: Was ist Autismus?
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