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Autismus von A bis Z

Fachbegriffe rund um Autismus – kurz und verständlich erklärt.

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§ 35a SGB VIII
Regelung zur Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit seelischer Behinderung oder drohender seelischer Behinderung. Zuständig ist das Jugendamt.

A

ABA (angewandte Verhaltensanalyse)
Sammelbegriff für Methoden, die Verhalten über Verstärkung aufbauen. Bekannt sind frühe intensive Programme (EIBI) und spielbasierte Programme wie ESDM; Studienlage und Erfahrungen werden unterschiedlich bewertet.
ADI-R
Diagnostisches Interview für Autismus: ein standardisiertes Interview mit Bezugspersonen, das gemeinsam mit dem ADOS-2 als internationaler Standard der Autismusdiagnostik gilt.
ADOS-2
Diagnostische Beobachtungsskala für Autismus: ein standardisiertes Verfahren zur Beobachtung, das gemeinsam mit dem ADI-R als internationaler Standard der Autismusdiagnostik gilt. Kein einzelner „Test“ für die Diagnose.
Akteneinsicht
Recht von Beteiligten eines Verwaltungsverfahrens, die Akten der Behörde einzusehen, soweit sie das für ihre rechtlichen Interessen brauchen.
Amtsermittlung
Die Behörde ermittelt den Sachverhalt von Amts wegen und muss alle für den Einzelfall bedeutsamen Umstände berücksichtigen, auch die für dich günstigen.
Anhörung vor einem Bescheid
Bevor eine Behörde einen Bescheid erlässt, der in Rechte eingreift, muss sie Beteiligten Gelegenheit geben, sich zu den erheblichen Tatsachen zu äußern.
Asperger-Syndrom
Frühere Diagnosebezeichnung innerhalb der Autismus-Diagnosen. Nach heutiger Darstellung wird sie mit anderen früheren Diagnosen unter „Autismus-Spektrum-Störung“ zusammengefasst.
Assistenzleistungen
Leistungen der Eingliederungshilfe zur selbstbestimmten Bewältigung des Alltags, von der teilweisen Übernahme von Handlungen bis zur Befähigung zu eigenständiger Alltagsbewältigung.
Autismus-Spektrum-Störung
Name der Diagnose in den medizinischen Klassifikationen für Autismus: eine Besonderheit der Entwicklung mit Besonderheiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie wiederkehrenden, wenig flexiblen Verhaltensweisen, Interessen oder Aktivitäten.
Autismusspezifische Therapie
„Autismustherapie“ ist kein einzelnes Verfahren. Die S3-Leitlinie von 2021 ordnete Therapien nach dem Ziel, das jemand erreichen möchte, und empfahl je nach Alter unterschiedliche, verhaltenstherapeutisch geprägte Angebote.
Autistisches Burnout
Beschriebener Zustand tiefer, lang anhaltender Erschöpfung mit Verlust von Fähigkeiten und geringerer Reiztoleranz. Keine offizielle Diagnose; die Forschung ist jung.

B

Begleiterkrankung
Eine weitere Erkrankung, die zusätzlich zu Autismus besteht (Komorbidität), zum Beispiel Aufmerksamkeitsstörungen, Angsterkrankungen, Depressionen oder Epilepsie.
Begutachtung zur Pflegebedürftigkeit
Prüfung, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt und welcher Pflegegrad besteht. Die Pflegekasse beauftragt dazu den Medizinischen Dienst oder unabhängige Gutachter:innen.
Behinderten-Pauschbetrag
Steuerlicher Pauschbetrag für Menschen mit einem festgestellten GdB ab 20, den sie statt einer Steuerermäßigung für außergewöhnliche Belastungen geltend machen können. Die Höhe richtet sich nach dem GdB.
Besonderer Kündigungsschutz bei Schwerbehinderung
Der Arbeitgeber braucht für die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes.
Betreuungsverfügung
Dokument, in dem du Wünsche zur Auswahl des Betreuers und zur Führung der Betreuung für den Fall festhältst, dass eine rechtliche Betreuung nötig wird.
Budget für Arbeit
Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben: Bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis mit tarifvertraglicher oder ortsüblicher Entlohnung gibt es einen Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber von bis zu 75 Prozent sowie Anleitung und Begleitung.

C

CARS
Verhaltensbeobachtungsskala, mit der Merkmale von Autismus eingeschätzt werden. Sie ist laut Leitlinie von 2016 das älteste Instrument dieser Art und ab dem Alter von etwa zwei Jahren einsetzbar.

D

Differenzialdiagnose
Abgrenzung von anderen Erklärungen: Es wird geprüft, ob Merkmale, die zu Autismus passen könnten, besser durch eine andere Störung erklärt werden. Davon zu unterscheiden sind Begleiterkrankungen, die zusätzlich bestehen.
Doppelte Empathie
Vorstellung, dass Verständnisschwierigkeiten zwischen Menschen mit und ohne Autismus in beide Richtungen bestehen. Mehrere kleine Studien stützen das; es bleibt Gegenstand der Forschung.
DSM-5
Diagnosehandbuch (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage). Es beschreibt Autismus mit zwei Kernbereichen: soziale Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, wiederkehrende Verhaltensmuster, Interessen oder Aktivitäten.

E

Early Start Denver Model (ESDM)
Früh beginnendes Programm für kleine Kinder, das nach der S3-Leitlinie von 2021 spielerische Interaktion und Elternanleitung betont. In einer Studie verbesserten sich nach zwei Jahren Intelligenzquotient und Sprache, nicht aber die Autismus-Symptome.
Eingliederungshilfe
Leistungen nach dem SGB IX, die Menschen mit wesentlichen Behinderungen eine individuelle Lebensführung und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen sollen: medizinische Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben, an Bildung und Soziale Teilhabe.
Entlastungsbetrag
Zweckgebundener Betrag der Pflegeversicherung für Pflegebedürftige in häuslicher Pflege: bis zu 131 Euro monatlich (Rechtsstand 08.10.2026) für qualitätsgesicherte Entlastungsleistungen.
Erwerbsminderung
Rechtlicher Begriff der Rentenversicherung: Wer wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann, gilt als teilweise, unter drei Stunden als voll erwerbsgemindert.
EUTB
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung: ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördertes Beratungsangebot, das unabhängig von Leistungsträgern und -erbringern und schon vor der Antragstellung nutzbar ist.
Evidenz
Wissenschaftliche Belege. Wie belastbar sie sind, hängt unter anderem vom Studientyp, vom Verzerrungsrisiko und von der Studienlage insgesamt ab. Fehlende Evidenz heißt nicht, dass etwas unwirksam ist.
Exekutive Funktionen
Fähigkeiten, mit denen Menschen Handlungen planen, beginnen, im Blick behalten und flexibel anpassen. Bei Menschen im Autismus-Spektrum liegen die Testergebnisse im Durchschnitt mäßig niedriger; das ist ein Gruppendurchschnitt, kein Diagnosekriterium.

F

Frühförderung
Leistungsangebot für Kinder mit Behinderungen oder drohender Behinderung von der Geburt bis zur Einschulung: medizinische und nichtärztliche Leistungen, oft als Komplexleistung.
Frühkindlicher Autismus
Frühere Diagnosebezeichnung innerhalb der Autismus-Diagnosen. Nach heutiger Darstellung wird sie mit anderen früheren Diagnosen unter „Autismus-Spektrum-Störung“ zusammengefasst.

G

Gesamtplan
Plan der Eingliederungshilfe, den der Träger unverzüglich nach der Feststellung der Leistungen aufstellt. Er dient der Steuerung, Wirkungskontrolle und Dokumentation und soll spätestens alle zwei Jahre überprüft werden.
Gestützte Kommunikation
Verfahren, von dem die S3-Leitlinie von 2021 abriet: Gestützte Kommunikation soll nicht zur Förderung von Sprachentwicklung oder Kommunikation eingesetzt werden, weil dafür keine Evidenz besteht. Nicht zu verwechseln mit Unterstützter Kommunikation.
Gleichstellung (schwerbehinderte Menschen)
Menschen mit einem GdB von 30 bis unter 50 können auf Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit schwerbehinderten Menschen im Arbeitsleben gleichgestellt werden, wenn sie sonst keinen geeigneten Arbeitsplatz erlangen oder behalten können.
Grad der Behinderung (GdB)
Maß für die Auswirkungen einer Beeinträchtigung auf die Teilhabe. Er wird auf Antrag von der zuständigen Behörde festgestellt. Ab einem GdB von 50 gilt ein Mensch als schwerbehindert.
Grundsicherung bei Erwerbsminderung
Sozialleistung nach dem SGB XII: Bei dauerhafter voller Erwerbsminderung kann ab dem Alter von 18 Jahren Grundsicherung bestehen. Sie ist von der Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherung zu unterscheiden.

H

Heilpädagogische Leistungen
Leistungen für noch nicht eingeschulte Kinder, die zur Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit beitragen sollen, wenn eine drohende Behinderung abgewendet oder Folgen gemildert werden können (§ 79 SGB IX).

I

ICD-10-GM und ICD-11
Klassifikationen von Krankheiten. In Deutschland ist für Diagnosen in der Versorgung bis zur Einführung der ICD-11 weiterhin die ICD-10-GM die amtliche Klassifikation.
Integrationsamt
Behörde, die schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben begleitet (begleitende Hilfe) und deren Zustimmung der Arbeitgeber vor einer Kündigung braucht. Ihre Aufgaben bündelt die BIH.

J

Jugendamt
Behörde, die ein örtlicher Träger der öffentlichen Jugendhilfe für die Aufgaben des SGB VIII einrichtet. Für Eingliederungshilfe wegen seelischer Behinderung nach § 35a SGB VIII kann das Jugendamt zuständig sein.

K

Kindergeld für erwachsene Kinder mit Behinderung
Ein Kind über 18 Jahren wird beim Kindergeld berücksichtigt, wenn es wegen einer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, und die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.
Komplexleistung
In der Frühförderung zusammengefasste Leistung aus medizinischen und nichtärztlichen Leistungen (zum Beispiel sozialpädiatrisch, psychologisch, heilpädagogisch) zusammen mit heilpädagogischen Leistungen.

L

Leistungen zur Sozialen Teilhabe
Leistungen der Eingliederungshilfe, die eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen sollen, zum Beispiel Assistenz, Wohnraum und Mobilität.
Leistungen zur Teilhabe an Bildung
Leistungen der Eingliederungshilfe, die Schulbildung und schulische oder hochschulische Ausbildung ermöglichen sollen, zum Beispiel Anleitung und Begleitung in der Schule.

M

Masking
Strategien, mit denen Menschen im Autismus-Spektrum sich an eine überwiegend von Menschen ohne Autismus geprägte Umgebung anpassen. In der Forschung meist „Camouflaging“ („Tarnen“) genannt.
Merkzeichen
Eintragungen im Schwerbehindertenausweis, die bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen für Nachteilsausgleiche nachweisen, zum Beispiel G, B, H oder aG.

N

Nachteilsausgleich
Ändert die Bedingungen einer Leistungserhebung (zum Beispiel mehr Zeit oder ein ruhiger Raum), ohne die fachlichen Anforderungen zu senken. Wer entscheidet und was nötig ist, regelt jedes Bundesland selbst.
Nachteilsausgleich in der Berufsausbildung
Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass Regelungen zu Ausbildung und Prüfung die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen berücksichtigen, zum Beispiel bei Prüfungszeiten und Hilfsmitteln.
Neurodiversität
Natürliche Vielfalt der menschlichen neurologischen Entwicklung. Als Paradigma versteht es Abweichungen von der Norm nicht als Fehler, der korrigiert werden muss. Es ersetzt keine Diagnostik und sagt nicht, dass niemand Unterstützung braucht.

O

Oxytocin
Wirkstoff, der in Studien als Nasenspray zur Verbesserung sozialer Fertigkeiten bei Autismus untersucht wurde. Die Leitlinie von 2021 konnte ihn wegen uneinheitlicher Ergebnisse nicht empfehlen.

P

Person-first und Identity-first
Zwei Arten, über Autismus zu sprechen: „Mensch mit Autismus“ nennt den Menschen zuerst (person-first), „autistischer Mensch“ nennt Autismus als Teil der Identität (identity-first). Es gibt keine einheitliche Präferenz.
Persönliches Budget
Auf Antrag werden Leistungen zur Teilhabe als Budget ausgeführt, in der Regel als Geldleistung, damit Leistungsberechtigte ihr Leben möglichst selbstbestimmt gestalten können.
Pflegegeld
Geldleistung der Pflegekasse bei häuslicher Pflege ab Pflegegrad 2, wenn die Pflege selbst sichergestellt wird, zum Beispiel durch Angehörige.
Pflegegrad
Einstufung der Pflegebedürftigkeit nach der Selbstständigkeit im Alltag, nicht nach einer Diagnose. Leistungen der Pflegeversicherung gibt es auf Antrag bei der Pflegekasse.
Prävalenz
Häufigkeit eines Merkmals in einer Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Zahlen zu Autismus hängen stark davon ab, wie und wo gezählt wird.
Psychoedukation
Vermittlung von Wissen über Autismus und mögliche Begleiterkrankungen an Betroffene und Angehörige, einzeln oder in der Gruppe. Die S3-Leitlinie von 2021 empfahl, sie allen Eltern nach der Diagnose des Kindes anzubieten.

Q

Querschnittsstudie
Studie, die eine Gruppe zu einem Zeitpunkt untersucht. Sie kann Zusammenhänge zeigen, aber nicht belegen, was Ursache und was Folge ist.

R

Rechtliche Betreuung
Gesetzliche Unterstützung für Volljährige, die ihre Angelegenheiten wegen Krankheit oder Behinderung nicht selbst regeln können. Sie gibt es nur, wenn sie erforderlich ist, und nicht gegen den freien Willen der Person.
Rehabilitationsträger
Stellen, die Leistungen zur Teilhabe erbringen können, zum Beispiel Krankenkassen, Bundesagentur für Arbeit, Rentenversicherung, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe.
Reizverarbeitung
Besonderheiten bei der Wahrnehmung von Reizen wie Geräuschen, Licht, Gerüchen oder Berührungen: Über- oder Unterreaktion (Hyper- oder Hyporeaktivität) oder ungewöhnliches Interesse an Reizen.

S

S3-Leitlinie
Höchste Entwicklungsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland. Zu Autismus gibt es zwei S3-Leitlinien (Diagnostik und Therapie); beide sind inzwischen abgelaufen.
Schlaftagebuch
Tagebuch, in dem bei Schlafproblemen über mindestens 14 Tage Zu-Bett-geh-Zeit, Einschlafzeit, nächtliche Wachphasen und Aufwachzeit festgehalten werden. Die S3-Leitlinie von 2021 empfahl es als frühen Schritt.
Schulbegleitung
Individuelle Begleitung eines Kindes im Schulalltag. Nach der S3-Leitlinie von 2021 soll sie zielbezogen, befristet und auf mehr Selbstständigkeit ausgerichtet sein. Begriffe unterscheiden sich regional (Schulassistenz, Integrationshilfe).
Schulvermeidung
Fernbleiben vom Unterricht, das mit emotionaler Belastung beim Schulbesuch verbunden ist, im Englischen „school refusal“. Nach einer britischen Elternbefragung war dies der häufigste Grund für Fehltage von Kindern mit Autismus, nicht „Schwänzen“.
Schwerbehindertenausweis
Ausweis, mit dem schwerbehinderte Menschen (Grad der Behinderung ab 50) diese Eigenschaft nachweisen. Er wird auf Antrag von der zuständigen Behörde ausgestellt.
Screening
Schnelles, einfaches Verfahren, das auf ein erhöhtes Risiko für Autismus hinweist. Ein Screening ist nicht für eine Diagnose geeignet, sondern ein Hinweis auf eine weiterführende Abklärung.
Sonderpädagogischer Förderbedarf
Rechtliche Feststellung, dass ein Kind besondere sonderpädagogische Förderung braucht. Wer über den Lernort entscheidet und was dafür nötig ist, regelt jedes Bundesland selbst; als Beispiel gilt Art. 41 BayEUG.
Spezialinteresse
Sehr intensives, oft lang anhaltendes Interesse an einem bestimmten Thema. Die S3-Leitlinie von 2021 sprach von „Sonderinteressen“ und bezog ihre Empfehlungen nur auf störende Sonderinteressen.
Stimming
Wiederholte, oft rhythmische Bewegungen oder Laute. Erwachsene im Autismus-Spektrum beschreiben Stimming in einer Studie überwiegend als Hilfe zur Selbstregulation.
Systematischer Review und Metaanalyse
Ein systematischer Review wertet vorhandene Studien nach festgelegten Regeln aus; eine Metaanalyse fasst deren Zahlen statistisch zusammen. Im Artikel zur Häufigkeit zeigt eine solche Übersichtsarbeit, wie unterschiedlich einzelne Studien ausfallen.

T

Teilhabe am Arbeitsleben
Leistungen, um die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen zu erhalten, zu verbessern oder herzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst dauerhaft zu sichern, zum Beispiel Unterstützte Beschäftigung und Jobcoaching.
Teilhabeplan
Plan, in dem der zuständige Rehabilitationsträger Leistungen mehrerer Leistungsgruppen oder Träger koordiniert und dokumentiert, mit überprüfbaren Teilhabezielen und dem Wunsch- und Wahlrecht.

U

Untätigkeitsklage
Klage vor dem Sozialgericht, wenn die Behörde über einen Antrag oder Widerspruch ohne zureichenden Grund nicht in angemessener Frist entscheidet.
Unterstützte Kommunikation
Hilfsmittel und Methoden, die Kommunikation unterstützen, wenn Sprechen nicht ausreicht, zum Beispiel Bildkarten, visuelle Symbole, Geräte mit Sprachausgabe oder Gebärden.

V

Verhinderungspflege
Leistung der Pflegeversicherung ab Pflegegrad 2: Ist die Pflegeperson verhindert, übernimmt die Pflegekasse die nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens acht Wochen je Kalenderjahr.
Vorsorgevollmacht
Schriftliche Vollmacht, mit der du eine andere Person bevollmächtigst, deine Angelegenheiten wahrzunehmen. Sie kann dazu führen, dass keine rechtliche Betreuung erforderlich ist.

W

Widerspruch
Rechtsbehelf gegen einen Bescheid. Er ist binnen eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich oder zur Niederschrift bei der Stelle einzureichen, die den Bescheid erlassen hat.
Wiederholungsrisiko
Wahrscheinlichkeit, dass in einer Familie nach einem Kind mit Autismus ein weiteres betroffen ist. Autismus gilt nach einer Übersichtsarbeit als stark erblich; die genetischen Ursachen sind sehr uneinheitlich.
Wunsch- und Wahlrecht
Bei der Entscheidung über Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen; die Leistungen bedürfen ihrer Zustimmung. Wird Wünschen nicht entsprochen, ist das zu begründen.

X

XYY-Syndrom
Chromosomenbesonderheit mit einem zusätzlichen Y-Chromosom. Die S3-Leitlinie Diagnostik von 2016 führt sie in einer Tabelle zu genetischen Befunden bei Autismus auf; wie oft sie vorkommt, wird hier nicht wiedergegeben.

Y

Y-BOCS (Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale)
Messskala für Zwangssymptome (für Kinder: CY-BOCS). In der S3-Leitlinie von 2021 dient sie als Messinstrument in Studien; sie misst Zwangssymptome, nicht Autismus.

Z

Zusatzurlaub für schwerbehinderte Menschen
Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Urlaubsjahr, bei einer Fünf-Tage-Woche.
Zuständigkeitsklärung bei Teilhabeanträgen
Bei Anträgen auf Leistungen zur Teilhabe prüft die zuerst angegangene Stelle innerhalb von zwei Wochen, ob sie zuständig ist, und leitet den Antrag sonst unverzüglich weiter.

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