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Alltag gestalten

Selektives Essen bei Autismus

Für wen? Für Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum und für Erwachsene im Spektrum, bei denen das Essen sehr eingeschränkt ist oder Sorgen macht.

Kurz erklärt

Wenn ein Kind nur wenige Lebensmittel isst, suchen Eltern nach Rat. Die S3-Leitlinie von 2021 sagt dazu wenig Konkretes: Für spezielle Therapieverfahren bei Fütterstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter lag nach der Leitlinie keine Evidenz vor. [1, Empf. 97] Eltern von Kindern mit Fütterstörung kann ein störungsspezifisches, verhaltensbasiertes Elterntraining angeboten werden (schwache Empfehlung, geringe Evidenz). [1, Empf. 98] Bei Essstörungen sollen die Leitlinien zu Essstörungen umgesetzt und der Umgang mit Menschen mit Autismus beachtet werden. [1, Empf. 99] Die Leitlinie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2]

Stand der Leitlinie: Dieser Beitrag nutzt die S3-Leitlinie Therapie (2021). Sie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2] Die Aussagen sind nicht automatisch falsch, aber nicht durch eine gültige Leitlinie gedeckt.

Fütterstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter

Nach der Leitlinie liegt für den Einsatz spezifischer Therapieverfahren zur Behandlung von Fütterstörungen bei Autismus im Kleinkindalter keine Evidenz vor. Zur Behandlung von Fütterstörungen bei Kindern dieser Altersgruppe sollen die Empfehlungen der S2k-Leitlinie „Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter“ der DGKJP umgesetzt werden (Empfehlung konsensbasiert, starker Konsens). [1, Empf. 97] Die Leitlinie bezeichnete diese als „in Überarbeitung“.

Elterntraining

Eltern von Kindern mit Autismus kann bei Fütterstörung des Kindes die Teilnahme an einem störungsspezifischen, verhaltensbasierten Elterntraining angeboten werden. Die Empfehlung hat den Empfehlungsgrad 0 (offen) und beruht auf Evidenzlevel 3, also auf schwacher Studienlage. [1, Empf. 98] Das heißt: Es kann ein Angebot sein, ist aber keine gut belegte Standardlösung.

Essstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Zur Behandlung von zusätzlichen Essstörungen sollen nach der Leitlinie die Empfehlungen der AWMF-S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung von Essstörungen“ umgesetzt werden, unter Beachtung grundsätzlicher Aspekte des therapeutischen Umgangs mit Menschen mit Autismus. Eine frühzeitige (teil-)stationäre Therapie sollte erwogen werden, wenn im Rahmen der ambulanten Behandlung nicht innerhalb von zwei bis drei Monaten ein Erfolg zu verzeichnen ist. [1, Empf. 99]

Was du sonst noch wissen solltest

  • Ärztlich abklären lassen, wenn es ernst wird. Zum Beispiel bei Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen oder starker Belastung beim Essen: Sprich mit der Kinder- oder Hausarztpraxis. Das ist eine Handlungsempfehlung der Redaktion, nicht aus der Leitlinie abgeleitet.
  • Zusammenhang mit Wahrnehmung. Wie Geschmack, Geruch und Konsistenz erlebt werden, kann eine Rolle spielen; mehr dazu: Reizverarbeitung und Wahrnehmung.
  • Konkrete Tipps und Diäten (zum Beispiel Nahrungsergänzung oder besondere Ernährungsformen) sind hier nicht dargestellt, weil die Leitlinie dazu nichts empfahl.
  • Auch Schlaf und Begleiterkrankungen sind Teil des Gesamtbilds: Schlafprobleme bei Autismus, Häufige Begleiterkrankungen.

Häufige Fragen

Warum essen manche Kinder mit Autismus nur wenige Lebensmittel? Die gelesene Leitlinie erklärt das nicht. Wie Geschmack, Geruch und Konsistenz erlebt werden, kann eine Rolle spielen (Einordnung der Redaktion): Reizverarbeitung bei Autismus.

Was empfahl die Leitlinie bei Fütterstörungen? Für spezielle Therapieverfahren bei Fütterstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter lag keine Evidenz vor. Eltern kann ein störungsspezifisches, verhaltensbasiertes Elterntraining angeboten werden (schwache Empfehlung, geringe Evidenz). [1, Empf. 97, 98] Die Leitlinie ist abgelaufen. [2]

Wann sollte ich ärztlichen Rat holen? Bei Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen oder starker Belastung beim Essen sprich mit der Kinder- oder Hausarztpraxis (Empfehlung der Redaktion).

Was gilt bei Essstörungen? Bei zusätzlichen Essstörungen sollen die Empfehlungen der S3-Leitlinie zu Essstörungen umgesetzt und der Umgang mit Menschen mit Autismus beachtet werden. [1, Empf. 99]

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Quellen und Literatur

  1. DGKJP, DGPPN et al. Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie. S3-Leitlinie, AWMF-Reg.-Nr. 028-047, Stand Text 02.05.2021 (Kap. C.7.8; Empf. 97, 98, 99). – Leitlinie; abgelaufen am 23.03.2026 (siehe Nr. 2)
  2. DGKJP. Aktuelle Leitlinien (Eintrag 028-047: „Gültig bis 23.03.2026“). https://www.dgkjp.de/wissen/aktuelle-leitlinien/ – Fachgesellschaft

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