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Therapien & Unterstützung

Psychotherapie bei Autismus: Angst und Depression

Für wen? Für Menschen im Autismus-Spektrum, Eltern und Angehörige, die wissen möchten, wie Psychotherapie bei Angststörungen und Depressionen aussehen kann.

Kurz erklärt

Die S3-Leitlinie von 2021 empfahl bei Angststörungen eine kognitive Verhaltenstherapie, die an Autismus angepasst ist: strukturiert, mit schriftlichen und visuellen Hilfen, klarer Sprache und Einbezug von Bezugspersonen. [1, Empf. 73, 74] Bei Depressionen konnte unter bestimmten Voraussetzungen eine kognitive Verhaltenstherapie in der Gruppe mit übenden Elementen angeboten werden. [1, Empf. 82, 85] Suizidalität soll regelhaft abgeklärt werden. [1, Empf. 90] Die Leitlinie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2]

Stand der Leitlinie: Dieser Beitrag nutzt die S3-Leitlinie Therapie (2021). Sie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2] Die Aussagen sind nicht automatisch falsch, aber nicht durch eine gültige Leitlinie gedeckt.

Angststörungen

Für Kinder und Jugendliche ohne Intelligenzminderung empfahl die Leitlinie (Empfehlungsgrad A bis B): Die Therapie soll über etwa drei bis sechs Monate in einer Gruppe Gleichaltriger mit Autismus und Angststörung stattfinden, mit zusätzlichen Einzelsitzungen. Eingesetzt werden soll eine manualisierte kognitive Verhaltenstherapie mit Psychoedukation zu Angst, Besprechung der eigenen Ängste, konkreten Umgangsweisen und Expositionsübungen, die als Hausaufgaben geübt werden. Eltern oder zentrale Bezugspersonen sollen einbezogen werden und die Umsetzung im Alltag unterstützen. [1, Empf. 73]

Dazu nannte die Leitlinie folgende Anpassungen an Autismus [1, Empf. 73]:

  • schriftliche und visuelle Informationen, strukturierte Arbeitsblätter,
  • konkrete Aufgabenstellungen und klar strukturierter Ablauf,
  • klare und konkrete Sprache,
  • wenn vorhanden Einbezug eines Elternteils oder einer Bezugsperson in die Sitzungen,
  • regelmäßige Pausen,
  • wenn möglich Einbezug der Spezialinteressen.

Für Erwachsene ohne Intelligenzminderung empfahl sie (konsensbasiert) im Wesentlichen dasselbe Vorgehen in der Gruppe mit zusätzlichen Einzelsitzungen und denselben Anpassungen. Erwachsenen, denen eine Gruppe schwerfällt oder nicht möglich ist, sollten die Angebote im Einzelsetting bereitgestellt werden. [1, Empf. 74]

Depressionen

Die Leitlinie formulierte hier vorsichtiger. Diagnostizierte depressive Episoden können bei Jugendlichen mit Autismus mit ausreichend hohen verbalen kognitiven Fertigkeiten (etwa ab einem IQ von 85) und ohne Suizidalität mit einer depressionsspezifischen kognitiven Verhaltenstherapie in der Gruppe behandelt werden. Der Fokus liegt stark auf übenden Elementen wie Bewegung, positive Aktivitäten, Stressregulation und Entspannung (Empfehlungsgrad 0, Evidenzlevel 2 bis 3). [1, Empf. 82] Für Erwachsene galt Entsprechendes, zusätzlich mit Achtsamkeit und täglichen Übungen (Empfehlungsgrad 0, Evidenzlevel 2). [1, Empf. 85]

Bei Erwachsenen mit Autismus und depressiven Episoden soll nach der Leitlinie die Nationale Versorgungsleitlinie zu unipolarer Depression beachtet werden, unabhängig von den kognitiven Fertigkeiten und nach klinischer Einschätzung von Fachärzt:innen oder approbierten Psychotherapeut:innen. [1, Empf. 84]

Suizidalität und Krisen

Die Leitlinie hielt fest: Suizidalität soll regelhaft abgeklärt werden, und bei Suizidalität soll die Krisenintervention umgehend eingeleitet werden. Bei der Abklärung sollen die kommunikativen Besonderheiten von Menschen mit Autismus beachtet werden. [1, Empf. 90]

Wenn du oder jemand, den du kennst, in einer akuten Krise ist: Bei akuter Gefahr wähle den Notruf 112. Kinder und Jugendliche erreichen das Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer unter 116 111 (montags bis samstags 14 bis 20 Uhr). [4] Erwachsene erreichen die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, Tag und Nacht, kostenlos und anonym. [3]

Was du sonst noch wissen solltest

  • Psychotherapie kann angepasst werden. Die Leitlinie nannte Anpassungen ausdrücklich, damit Therapie für Menschen mit Autismus zugänglich wird. [1, Empf. 73]
  • Nicht jede Therapie passt. Frage bei der Suche nach Erfahrung mit Autismus und danach, wie die Therapie angepasst wird. Das ist ein Praxistipp der Redaktion.
  • Medikamente bei Angst und Depression sind hier nicht dargestellt; darüber entscheiden Ärztinnen und Ärzte mit dir.
  • Mehr zum Hintergrund: Häufige Begleiterkrankungen, Unterstützung bei Autismus: Überblick.

Häufige Fragen

Hilft Psychotherapie bei Autismus? Die Leitlinie von 2021 empfahl bei Angststörungen eine an Autismus angepasste kognitive Verhaltenstherapie: strukturiert, mit schriftlichen und visuellen Hilfen, klarer Sprache, regelmäßigen Pausen und Einbezug von Bezugspersonen. [1, Empf. 73, 74] Die Leitlinie ist abgelaufen. [2]

Wie wird Depression bei Autismus behandelt? Depressive Episoden konnten unter bestimmten Voraussetzungen mit einer depressionsspezifischen kognitiven Verhaltenstherapie in der Gruppe behandelt werden (offene Empfehlung bei geringer Evidenz); bei Erwachsenen soll die Nationale Versorgungsleitlinie zu unipolarer Depression beachtet werden. [1, Empf. 82, 84, 85]

Woran erkenne ich eine geeignete Therapeutin oder einen geeigneten Therapeuten? Frage nach Erfahrung mit Autismus und danach, wie die Therapie angepasst wird (Praxistipp der Redaktion). Die Leitlinie nannte Anpassungen ausdrücklich. [1, Empf. 73]

Was tun bei Suizidgedanken? Suizidalität soll regelhaft abgeklärt werden. [1, Empf. 90] Bei akuter Gefahr: Notruf 112; Erwachsene erreichen die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 116 123, Kinder und Jugendliche die Nummer gegen Kummer unter 116 111. [3; 4]

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Quellen und Literatur

  1. DGKJP, DGPPN et al. Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie. S3-Leitlinie, AWMF-Reg.-Nr. 028-047, Stand Text 02.05.2021 (Empf. 73, 74, 82, 84, 85, 90). – Leitlinie; abgelaufen am 23.03.2026 (siehe Nr. 2)
  2. DGKJP. Aktuelle Leitlinien (Eintrag 028-047: „Gültig bis 23.03.2026“). https://www.dgkjp.de/wissen/aktuelle-leitlinien/ – Fachgesellschaft
  3. TelefonSeelsorge Deutschland. https://www.telefonseelsorge.de/ – Beratungsangebot
  4. Nummer gegen Kummer e. V. https://www.nummergegenkummer.de/ – Beratungsangebot

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