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Fachkräfte & Praxis

Arztpraxis und Klinik: Kommunikation anpassen

Für wen? Für Fachkräfte im Gesundheitswesen (Praxis, Klinik, Therapie), die Menschen mit Autismus behandeln und ihre Kommunikation und Abläufe darauf einstellen möchten.

Kurz erklärt

Die Leitlinie von 2021 fasste britische Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung zusammen: Fachkräfte sollen Erwachsene mit Autismus mit dem Namen und Titel ansprechen, den die Person bevorzugt, ihre Berufsgruppe und Aufgabe klar erklären, medizinische Zusammenhänge verständlich erläutern und sich vergewissern, dass sie verstanden wurden. Geplante Maßnahmen sollen in geeigneter Form erklärt werden (Sprache, Visualisierung, Schriftformat). Räumlich können visuelle Wegweiser helfen. [2, Kap. C.3.1] Sie betonte außerdem Kontinuität in der persönlichen Betreuung und Wissen um das Störungsbild bei allen Beteiligten. [2, Kap. C.3.1, Empf. 7] Die Studien zum Zugang zur Versorgung stammten in der Leitlinie überwiegend aus anderen Ländern.

Stand der Leitlinie: Dieser Beitrag nutzt die S3-Leitlinie Therapie (2021). Sie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [1] Die Aussagen sind nicht automatisch falsch, aber nicht durch eine gültige Leitlinie gedeckt. Die meisten hier genannten Punkte stammen aus der Zusammenfassung britischer Leitlinien (NICE) in der deutschen Leitlinie.

Ansprache und Erklärungen

Aus den britischen Leitlinien (Erwachsene), zusammengefasst in der deutschen Leitlinie: Fachpersonal im Gesundheitswesen soll Erwachsene mit Autismus mit dem Namen und Titel ansprechen, den die Person bevorzugt. Es soll für Patient:innen, Partner:innen, Familien und Betreuende leicht und eindeutig zu erkennen sein. Fachpersonal soll außerdem die eigene Berufszugehörigkeit und Aufgaben eindeutig erklären, medizinische Zusammenhänge verständlich erläutern und sich vergewissern, dass diese verstanden wurden. [2, Kap. C.3.1, S. 26] Patient:innen sollen über geplante Interventionen in für sie geeigneter Form (zum Beispiel Sprache, Visualisierung, Schriftformat) informiert werden. [2, Kap. C.3.1, S. 25–26] Bei Kindern und Jugendlichen sei es notwendig, angemessen zu kommunizieren und sich dem Sprachniveau anzupassen. [2, Kap. C.3.1, S. 26]

Räume und Abläufe

Empfohlen wurde, auch auf die äußeren, räumlichen Bedingungen zu achten, zum Beispiel durch visuelle Wegweiser und Orientierungshilfen. [2, Kap. C.3.1, S. 26] Die Leitlinie nannte als hilfreich im alltäglichen Umgang ferner Strukturierung der Umgebung und von Abläufen (visuelle Mittel, Vorhersehbarkeit, personelle Konstanz), Wahrung körperlicher Distanz und Vermeiden starker sensorischer Reize wie Lärm, Geruch oder Licht. [2, Empf. 3] Als Rahmenbedingungen, die Menschen mit Autismus von der Versorgung erwarten, nannte sie regelmäßige Strukturen (Zeit, Ort, Personen) und eine reizarme Umgebung. [2, Empf. 4] Mehr zum Umgang: Therapie und Beratung bei Autismus anpassen, Strukturierung und Visualisierung in der Praxis; die Patientenseite: Arztbesuch und Krankenhaus gut vorbereiten.

Kontinuität und Zusammenarbeit

Die britische Leitlinie für Erwachsene hob eine verlässliche Kontinuität in der persönlichen Betreuung hervor, größtmögliche Autonomie und Teilhabe und gute Kenntnis lokaler Unterstützungsstrukturen, auch der Selbsthilfe. [2, Kap. C.3.1, S. 25–26] Die Leitlinie forderte eine zeitnahe Abklärung und gesicherte Finanzierung; eine Diagnose oder im Vorschulalter eine Verdachtsdiagnose einer spezialisierten Stelle ist ausreichend, um sektorenübergreifende Versorgung einzuleiten. [2, Empf. 5] Außerdem sollen Fachkräfte die Patient:innen, wie es die Leitlinie für Kinder und Jugendliche festhielt, als Individuen wahrnehmen und nicht „nur“ als Menschen mit Autismus. [2, Kap. C.3.1] Zur Zusammenarbeit im Team: Zusammenarbeit mit Familien.

Wissen und Haltung

Alle Personen im Gesundheits- und Sozialsystem, die mit Menschen mit Autismus arbeiten, sollten nach der Leitlinie fundierte Kenntnisse zum Störungsbild und zu den Bedürfnissen der Betroffenen und Angehörigen haben. [2, Empf. 7] Betont wurde eine respekt- und vertrauensvolle, partnerschaftliche, empathische und vorurteilsfreie Beziehung. [2, Kap. C.3.1, S. 25] Für Erwachsene hielt die Leitlinie außerdem fest, dass Fachkräfte sensibel für Bedürfnisse nach persönlichen und sexuellen Kontakten sein und wissen sollen, dass Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion die Gefahr von Missverständnissen und Ausnutzung erhöhen können; einige Erwachsene haben keine sexuellen Bedürfnisse. [2, Kap. C.3.1, S. 26]

Was wissen wir – was ist noch offen?

Konsensbasiert (Leitlinie, britische Empfehlungen): Alle genannten Punkte sind Empfehlungen aus Expertenkonsens beziehungsweise britischen Leitlinien. [2, Kap. C.3.1, Empf. 3, 4, 5, 7]

Offen:

  • Die gescreenten Studien zum Zugang zur Gesundheitsversorgung bezogen sich laut Leitlinie auf andere Länder, auf Diagnostik oder auf Gesundheitsökonomie; drei relevante Studien (aus den USA) wurden dargestellt. [2, Kap. C.3.2]
  • Die Empfehlungen betreffen teils Erwachsene, teils Kinder; die Übertragung auf andere Gruppen ist nicht geprüft.

Was du sonst noch wissen solltest

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Quellen und Literatur

  1. DGKJP. Aktuelle Leitlinien (Einträge 028-018 „Gültig bis 04.04.2021“ und 028-047 „Gültig bis 23.03.2026“). https://www.dgkjp.de/wissen/aktuelle-leitlinien/ – Fachgesellschaft
  2. DGKJP, DGPPN et al. Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie. S3-Leitlinie, AWMF-Reg.-Nr. 028-047, Stand Text 02.05.2021. – Leitlinie; abgelaufen am 23.03.2026

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