Kurz erklärt
Die S3-Leitlinie von 2021 nannte Übergänge (Kindergarten, Schule, weiterführende Schule, Ausbildung oder Studium) als besonders belastend und empfahl, sie vorausschauend zu planen. Für Zeiten erhöhter Belastung, etwa bei Schulbeginn, Schulwechsel, in der Pubertät oder bei der Geburt eines Geschwisterkindes, sollen Vorkehrungen getroffen werden. [1, Kap. C.10.2.1] Im Alltag nannte sie Struktur, Vorhersehbarkeit, visuelle Mittel und personelle Konstanz als hilfreich. [1, Empf. 3] Die Leitlinie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2] Wie genau du eine Veränderung vorbereitest, ist individuell; die Beispiele unten sind Praxisanregungen der Redaktion.
Stand der Leitlinie: Dieser Beitrag nutzt die S3-Leitlinie Therapie (2021). Sie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [2] Die Aussagen sind nicht automatisch falsch, aber nicht durch eine gültige Leitlinie gedeckt.
Was die Leitlinie von 2021 nannte
- Strukturierung der Umgebung und von Handlungsabläufen, zum Beispiel durch visuelle Mittel, Vorhersehbarkeit und personelle Konstanz. [1, Empf. 3]
- Eine Alltagsstruktur und personelle Kontinuität im betreuten Wohnen sowie gegebenenfalls visualisierte Programme mit individuellen Wahlmöglichkeiten. [1, Empf. 117]
- Am Arbeitsplatz (im Abschnitt der Leitlinie für Menschen ohne Intelligenzminderung, die keine Ausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt erhalten): gleichbleibende Abläufe und Arbeitszeiten. [1, Empf. 114]
- In Schule und Kita: Lehrkräfte und Erzieher:innen sollen die Bedeutung von Übergängen kennen, zum Beispiel beim Schulwechsel oder beim Wechsel von Betreuungspersonen. [1, Empf. 109]
Auch Änderungen der Routine nannte die Leitlinie als mögliche Auslöser von Krisen, die für Ungeschulte schwer erkennbar sein können. [1, Kap. C.8]
Große Übergänge
Zum Schulstart beschrieben Studien in der Leitlinie, dass Vorab-Besuche, Gespräche mit der Lehrkraft und individuelle Lösungen den Übergang erleichtern können. [1, Kap. C.10.2.2] Mehr: Einschulung vorbereiten, Übergang Schule – Beruf und Autismus in der Kita.
Kleine Veränderungen im Alltag
Praxisanregungen (Übertragung der Redaktion aus den genannten Grundsätzen, nicht einzeln belegt):
- Früh ankündigen, was sich ändert (Termin, Ort, Personen) und was gleich bleibt.
- Sichtbar machen: ein Plan, ein Kalender oder Bilder können den Ablauf zeigen, wenn die Person das hilfreich findet.
- Ankerpunkte behalten: feste Rituale oder Gegenstände können einen Teil der Vorhersehbarkeit erhalten.
- Zeit einplanen und danach Erholung ermöglichen.
- Gemeinsam auswerten: Was hat geholfen, was nicht?
Was du sonst noch wissen solltest
- Nicht jede Veränderung ist ein Problem. Manche Menschen im Spektrum kommen mit Wechseln gut zurecht; die Leitlinie benennt das Ausmaß nicht. Die Wünsche der Person sollen regelmäßig erfragt werden. [1, Empf. 4]
- Nicht dargestellt: Studien zu bestimmten Techniken (zum Beispiel Social Stories). Die Redaktion hat dazu keine Quelle gelesen.
- Zum Thema Alltagsstruktur: Routinen, Struktur und Vorhersehbarkeit im Alltag.
Häufige Fragen
Warum fallen Veränderungen Menschen mit Autismus oft schwer? Die Leitlinie von 2021 nannte Übergänge (Kindergarten, Schule, weiterführende Schule, Ausbildung oder Studium) als besonders belastend und Änderungen der Routine als mögliche Auslöser von Krisen. [1, Kap. C.10.2.1, C.8] Nicht jede Veränderung ist ein Problem; die Wünsche der Person sollen regelmäßig erfragt werden. [1, Empf. 4]
Wie bereite ich Veränderungen vor? Die Leitlinie empfahl, Übergänge vorausschauend zu planen, und nannte Struktur, Vorhersehbarkeit, visuelle Mittel und personelle Konstanz als hilfreich. [1, Kap. C.10.2.1, Empf. 3] Konkrete Beispiele wie früh ankündigen oder Pläne sichtbar machen sind Anregungen der Redaktion.
Was hilft beim Schulstart? Studien in der Leitlinie beschrieben, dass Vorab-Besuche, Gespräche mit der Lehrkraft und individuelle Lösungen den Übergang erleichtern können. [1, Kap. C.10.2.2] Mehr: Einschulung vorbereiten.
Das könnte dich auch interessieren
- Routinen, Struktur und Vorhersehbarkeit im Alltag
- Einschulung vorbereiten
- Reizüberflutung erkennen und vorbeugen
Quellen und Literatur
- DGKJP, DGPPN et al. Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie. S3-Leitlinie, AWMF-Reg.-Nr. 028-047, Stand Text 02.05.2021 (Empf. 3, 4, 109, 114, 117; Kap. C.8, C.10.2). – Leitlinie; abgelaufen am 23.03.2026 (siehe Nr. 2)
- DGKJP. Aktuelle Leitlinien (Eintrag 028-047: „Gültig bis 23.03.2026“). https://www.dgkjp.de/wissen/aktuelle-leitlinien/ – Fachgesellschaft
Passende Checklisten & Vorlagen
Das könnte dich auch interessieren
WissensartikelAlltag gestalten
Freizeit bei Autismus: Angebote und Interessen
WissensartikelAlltag gestalten
Selbstständigkeit im Alltag stärken
WissensartikelAlltag gestalten
Zahnarztbesuch und Zahngesundheit
WissensartikelAlltag gestalten
Bildschirmzeit, Gaming und Internet
Fehler gefunden?
Wenn etwas sachlich falsch, veraltet oder unklar ist, sag uns Bescheid. Du musst keine persönlichen Daten angeben.