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Kita, Schule & Bildung

Mobbing und soziale Situationen in der Schule

Für wen? Für Eltern und Lehrkräfte sowie für Schüler:innen im Autismus-Spektrum, die wissen möchten, was Studien zu Mobbing und zu Belastungen in sozialen Situationen an der Schule zeigen.

Kurz erklärt

In einer Meta-Analyse von 34 Studien lag der zusammengefasste Anteil der Schüler:innen mit Autismus, die Mobbing erlebten, bei 67 %; 29 % waren an Mobbing als Täter:innen beteiligt, 14 % in beiden Rollen. [2] Das Risiko, Opfer zu werden, war höher als bei Mitschüler:innen ohne Behinderung und bei Schüler:innen mit anderen Behinderungen. [2] Zusammenhänge fanden sich mit Schwierigkeiten in sozialer Interaktion und Kommunikation, mit nach außen und nach innen gerichteten Symptomen und mit inklusiven Schulsettings; die Zahlen unterschieden sich stark zwischen Studien. [2] Eine neuere Übersichtsarbeit fand, dass Mobbing zu Depression, Angst und sozialem Rückzug beitragen kann. [1] Mobbing ist nie die Schuld des betroffenen Kindes. Schulen sollten klare Regeln und Vorbeugung für alle haben.

Wie häufig ist Mobbing?

Die Meta-Analyse von Park und Kolleg:innen (2020) wertete 34 Studien aus (31 aus westlichen, 3 aus östlichen Ländern). Die zusammengefassten Anteile waren 67 % für Opfererfahrungen, 29 % für Täter:innenverhalten und 14 % für beides. [2] Die Autor:innen betonen, dass die Anteile je nach Kultur, Alter, Schulsetting und Qualität der Studien variierten. [2] Eine weitere Übersichtsarbeit (74 Studien) stellte fest, dass der Anteil in den Studien unterschiedlich ausfiel. [1] Ein Anteil von 67 % ist kein Wert, den du auf deine Klasse übertragen kannst: Er stammt aus zusammengefassten Studien mit unterschiedlichen Definitionen und Erhebungen (Selbst-, Eltern-, Lehrkräfteangaben). Hinweis: Das ist eine Einordnung der Redaktion.

Welche Faktoren hingen mit Mobbing zusammen?

Mit mehr Opfererfahrungen hingen in der Meta-Analyse zusammen: Schwierigkeiten in sozialer Interaktion und Kommunikation, nach außen gerichtete Symptome (externalisierend) und nach innen gerichtete Symptome (internalisierend) und integrierte inklusive Schulsettings; mit Täter:innenverhalten hingen nach außen gerichtete Symptome zusammen. [2] Die Autor:innen schlossen, dass jüngere Schüler:innen und solche in inklusiven Settings besondere Aufmerksamkeit brauchen. [2] Das ist kein Argument gegen Inklusion, sondern ein Hinweis, dass Inklusion Unterstützung und Vorbeugung braucht. Hinweis: Das ist eine Einordnung der Redaktion. Mehr zu Schulformen: Schulformen und Inklusion: Welche Schule passt?.

Folgen

Die Übersichtsarbeit von 2025 beschrieb verbale, soziale und körperliche Formen von Mobbing und fand, dass Mobbing zur Entwicklung von Depression, Angst und sozialem Rückzug beitragen kann; Bildung, inklusive Umgebungen, Stärkung der Widerstandskraft, Zusammenarbeit, Regeln und Gesetze sowie psychische Unterstützung werden als Ansatzpunkte diskutiert. [1] Wenn dein Kind nicht mehr zur Schule will, kann Mobbing eine Rolle spielen. Mehr: Schulvermeidung und Schulabsentismus bei Autismus. Bei akuter seelischer Not: Psychische Belastung und Suizidgedanken bei Autismus.

Was Fachleute für Schulen empfahlen

Die Autor:innen der Meta-Analyse empfahlen: Kliniker:innen, Eltern, Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal sollen aufmerksam sein, wenn Schüler:innen mit Autismus große soziale Schwierigkeiten oder ausgeprägte nach innen oder außen gerichtete Symptome zeigen, und dann prüfen, ob Mobbing vorliegt. Sie halten allgemeine Maßnahmen für alle in der Schulgemeinschaft für wichtig: klare Regeln und Erwartungen, konkrete Vorgehensweisen bei Mobbing für alle Schüler:innen und Lehrkräfte sowie regelmäßige Mobbingprävention für alle. [2] Für Lehrkräfte: Schüler:innen mit Autismus im Unterricht; für die Zusammenarbeit mit Eltern: Gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule.

Was du tun kannst

Die folgenden Punkte sind Anregungen der Redaktion, die sich an den Empfehlungen orientieren:

Was wissen wir – was ist noch offen?

Befund (Meta-Analyse, mit Einschränkungen): Opfererfahrungen waren bei Schüler:innen mit Autismus in den Studien häufig und häufiger als bei Mitschüler:innen. [2]

Offen:

  • Die Meta-Analyse nennt als Einschränkungen eine geringe Zahl von Studien, wenige Studien aus östlichen Kulturen sowie Heterogenität und Hinweise auf Publikationsverzerrung, die einige Schätzungen beeinflussen können. [2]
  • Ob inklusive Settings Mobbing verursachen oder ob andere Faktoren dahinterstehen, zeigt die Analyse nicht.
  • Die Übersichtsarbeit von 2025 wurde nur an der Zusammenfassung ausgewertet. [1]

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Quellen und Literatur

  1. Daghustani WH, Abo Hamza EG, Hogg R, Moustafa A. Autism, bullying, and mental health: a comprehensive systematic review. Frontiers in Psychiatry 2025;16:1653663. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1653663 – Systematischer Review (74 Studien)
  2. Park I, Gong J, Lyons GL, Hirota T, Takahashi M, Kim B, Lee S, Kim YS, Lee J, Leventhal BL. Prevalence of and Factors Associated with School Bullying in Students with Autism Spectrum Disorder: A Cross-Cultural Meta-Analysis. Yonsei Medical Journal 2020;61(11):909–922. https://doi.org/10.3349/ymj.2020.61.11.909 – Meta-Analyse (34 Studien)

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