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Kita, Schule & Bildung

Wechsel auf die weiterführende Schule gut vorbereiten

Für wen? Für Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen im Autismus-Spektrum, die den Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule planen.

Kurz erklärt

Der Wechsel auf die weiterführende Schule gilt als schwierige Phase. In einer britischen Längsschnittstudie mit 28 Kindern im Autismus-Spektrum an Regelschulen zeigte sich nach dem ersten Schulhalbjahr kein deutlicher Anstieg der Schwierigkeiten. Schon vorher bestanden aber hohe Belastungen, die über den Wechsel hinweg bestehen blieben und teils nicht erkannt wurden. [2] Nach den Berichten der Eltern ging das Mobbing sogar zurück. [2] Die Leitlinie von 2021 nannte die Bedeutung wichtiger Übergangsphasen, etwa den Wechsel auf die weiterführende Schule oder von Betreuungspersonen, als Inhalt, den Lehrkräfte und Erzieher:innen in Schulungen lernen sollen. [4, Empf. 109] Für Deutschland und die einzelnen Bundesländer gibt es hier keine geprüften Aussagen. Ein guter Wechsel ist vorbereitet, abgesprochen und wird beobachtet.

Stand der Leitlinie: Dieser Beitrag zieht die S3-Leitlinie Therapie (2021) als Nebenquelle heran. Sie ist seit dem 23.03.2026 abgelaufen. [1] Die Aussagen sind nicht automatisch falsch, aber nicht durch eine gültige Leitlinie gedeckt.

Was die Studie zum Wechsel zeigte

Mandy und Kolleg:innen begleiteten 28 Kinder im Alter von im Mittel 11,3 Jahren (durchschnittlicher Intelligenzwert 87,9) an Regelschulen in Großbritannien. Eltern, Lehrkräfte und die Kinder selbst berichteten im letzten Grundschuljahr und nach einem Halbjahr an der weiterführenden Schule über psychische Belastungen, Alltagsfertigkeiten und Mobbing. [2] Ergebnis: Es gab keinen Hinweis auf einen deutlichen Anstieg der Schwierigkeiten durch den Wechsel; bei keinem der Kinder brach die Beschulung ab.

Stattdessen waren die Belastungen schon vor dem Wechsel hoch und blieben bestehen, teils waren sie zu wenig erkannt. Nach Elternangaben nahm das Mobbing von der Grundschule zur weiterführenden Schule ab; die Autor:innen vermuten, dass das Schulumfeld eine große Rolle spielt, und erwägen, dass erfolgreiche Strategien der Schulen dazu beitrugen. [2] Wer in der Grundschule Opfer von Mobbing war, war es nicht automatisch auch danach. [2]

Was die Leitlinie von 2021 für Schulen empfahl

Die Leitlinie hielt fest, dass Lehrkräfte und Erzieher:innen geschult werden oder umfassende Informationen erhalten sollen, unter anderem zu Symptomatik und Verlauf, Begleiterkrankungen, Selbsterleben von Kindern und Jugendlichen und zur Bedeutung wichtiger Übergangsphasen wie dem Wechsel zur weiterführenden Schule oder dem Wechsel von Betreuungspersonen. [4, Empf. 109] Außerdem sollen Unterstützungsmaßnahmen individuell sein, im Verlauf überprüft werden und Nachteile ausgleichen, ohne die fachlichen Anforderungen zu senken. Ein Förderplan beziehungsweise Nachteilsausgleich soll schriftlich in Zusammenarbeit mit Fachpersonen formuliert, verbindlich umgesetzt und regelmäßig angepasst werden. [4, Empf. 109] Mehr dazu: Nachteilsausgleich in der Schule, Sonderpädagogischer Förderbedarf: Beispiel Bayern, Schulbegleitung: Ziele, Rolle, Selbstständigkeit.

Wie du den Wechsel vorbereiten kannst

Die folgenden Punkte sind Anregungen der Redaktion, die sich an der Studie und der Leitlinie orientieren; für das Schulrecht gilt Landesrecht, das hier nicht dargestellt ist:

  • Früh planen: Welche Schulform und welche Schule passen, hängt von Stärken, Unterstützungsbedarf und Angeboten ab. Mehr: Schulformen und Inklusion: Welche Schule passt?.
  • Informationen weitergeben: Mit Einverständnis der Eltern können Förderplan, Nachteilsausgleich und bewährte Hilfen an die neue Schule gehen, damit nicht von vorn begonnen wird. Mehr zur Zusammenarbeit: Gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule.
  • Neue Schule kennenlernen: Räume, Wege, Stundenplan und Ansprechpersonen vorab zeigen, wenn möglich bei einem Besuch außerhalb der vollen Schulzeit. Hinweis: Das ist eine Anregung der Redaktion ohne eigene Quelle.
  • Belastung beobachten: Hohe Belastungen können schon vor dem Wechsel bestehen und über den Wechsel hinweg anhalten; schau deshalb nicht nur auf „Lief der Wechsel?“, sondern auch auf Wohlbefinden. [2]
  • Mobbing im Blick: Jüngere Schüler:innen und solche in inklusiven Settings brauchten in einer Meta-Analyse besondere Aufmerksamkeit. [3] Mehr: Mobbing und soziale Situationen in der Schule.
  • Wenn die Schule schwerfällt: Schulvermeidung und Schulabsentismus bei Autismus.

Was wissen wir – was ist noch offen?

Studienbasiert (eine kleine Längsschnittstudie): Kein deutlicher Anstieg der Schwierigkeiten im ersten Halbjahr; hohe Belastung vor und nach dem Wechsel. [2]

Konsensbasiert/Leitlinie: Schulung von Lehrkräften zu Übergangsphasen, individuelle Unterstützung, schriftlicher Förderplan. [4, Empf. 109]

Offen:

  • Die Studie hatte keine Kontrollgruppe, nur 28 Kinder, fehlende Lehrkräfte-Angaben bei acht Kindern, eine Beobachtungszeit von einem Halbjahr und stammte aus dem britischen Schulsystem. [2]
  • Die Studie war darauf ausgelegt, mittlere bis große Veränderungen zu erkennen; kleine Veränderungen könnten ihr entgangen sein. [2]
  • Welche Schulmerkmale und Vorbereitungen den Wechsel erleichtern, wurde in dieser Studie nicht untersucht. [2]

Was du sonst noch wissen solltest

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Quellen und Literatur

  1. DGKJP. Aktuelle Leitlinien (Einträge 028-018 „Gültig bis 04.04.2021“ und 028-047 „Gültig bis 23.03.2026“). https://www.dgkjp.de/wissen/aktuelle-leitlinien/ – Fachgesellschaft
  2. Mandy W, Murin M, Baykaner O, Staunton S, Hellriegel J, Anderson S, Skuse D. The transition from primary to secondary school in mainstream education for children with autism spectrum disorder. Autism 2016;20(1):5–13. https://doi.org/10.1177/1362361314562616 – Längsschnittstudie (28 Kinder)
  3. Park I, Gong J, Lyons GL, Hirota T, Takahashi M, Kim B, Lee S, Kim YS, Lee J, Leventhal BL. Prevalence of and Factors Associated with School Bullying in Students with Autism Spectrum Disorder: A Cross-Cultural Meta-Analysis. Yonsei Medical Journal 2020;61(11):909–922. https://doi.org/10.3349/ymj.2020.61.11.909 – Meta-Analyse (34 Studien)
  4. DGKJP, DGPPN et al. Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie. S3-Leitlinie, AWMF-Reg.-Nr. 028-047, Stand Text 02.05.2021. – Leitlinie; abgelaufen am 23.03.2026

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